Laut Fachgutachten von Prof. Mayer (vom Mai 2009, Umweltmedizinische Stellungnahme UVP, S 37 ff) birgt die besondere Situation des windschwachen Klagenfurter Beckens die Möglichkeit, dass sich aus der schon wieder aufgelösten und weitertransportierten Feuchtigkeit der Schwaden in Winternächten großflächigere tiefe Schichtwolken bilden (vgl. Mayr (2008), Abschnitt 3.3, S. 28ff).

Vier Faktoren tragen dazu bei:
  • die schwachen Winde im Klagenfurter Becken, durch die ausgestoßene Feuchte
  • nicht rasch abtransportiert und auf ein großes Gebiet verdünnt wird
  • die geringe Höhe bis zu der sich im Winter die Feuchte aufgrund von Inversionen ausbreiten kann
  • die relativ geringen Mengen an Wasserdampf, die in kalten Winternächten zur Kondensation fehlen, und
  • die großen Mengen an Wasserdampf aus dem GDKK: über 24 Stunden sind es bei einer Temperatur von -5°C ca. 7300 Tonnen.
    Am Oberrand der feuchten Schicht kommt es zufolge starker nächtlicher Ausstrahlung und viel geringerer Gegenstrahlung von der trockeneren Luft darüber zu einer Abkühlung, die im Winter im Laufe der Nacht öfters bis zum Taupunkt gehen und dadurch zu Kondensation und Wolkenbildung führen kann. Zwei Beispielfotos einer ohne GDKK Wasserdampf gebildeten tiefen Schichtwolkendecke (auch als “Hochnebel” bezeichnet, S. 4)


Falsche Berechnungen im UVP Gesamtgutachten:

Dazu eine Stellungnahme von DI Barthol (gerichtl. beeid. SV für Kraftwerkstechnik): Das Verlangen des Prof. Mayr wurde ignoriert, dass im Winterhalbjahr eine deutliche Reduktion der H2O-Emission über den Kamin erfolgen muss. Die Schwadenberechnung wurde von der ZAMG mit Hilfe von ADMS durchgeführt. Das Ergebnis der Berechnung zeigt, dass die Schwadenbildung vernachlässigbare Auswirkungen hat. „Dieses Ergebnis widerspricht den Angaben bezüglich der Nebelbildung im Gutachten des Prof. Georg Mayr völlig. Nach meinem Wissensstand und nach tel. Rückfrage bei CERC (Cambridge Environmental Research Consultants) gibt es für ADMS jedoch keine Validierung für Gebiete von 60-80 % Anteil an windstillen Zeiten und ununterbrochenen windstille Phasen von bis zu 6 Tagen (im Winterhalbjahr lt. ZAMG Messungen 1997-1999). Laut Auskunft von CERC weisen z.B. Kincaid und Indianapolis höhere Windwerte auf.“

Klagenfurt würde im Winter 1 bis 2 Monate länger Nebel haben: Im schlimmsten Fall hätte Klagenfurt im Winter nur 11 (!) nebelfreie Tage!

Der SV für Luft, Klima Univ. Prof. Dr. Mayr fordert daher auch im Winterhalbjahr einen geschlossenen Kühlkreislauf, d.h. ohne Wasserabgabe an die Atmosphäre sowie im Winterhalbjahr eine deutliche Reduktion der H2O-Emission über den Kamin (66).

Quelle: (Dr. med. univ. Gerd Oberfeld, SV Umweltmedizin, Ergänzungsgutachten S. 24)

„Aus dem UVP-Gutachten Prof. Mayr ergibt sich für das Jahr 2006/2007 (5.11.-12.3.) eine Erhöhung der Tage mit hohen Schichtwolken / Hochnebel durch Wasserdampfemissionen aus dem Kühlturm von 59 auf 90 Tage (von 46 % auf 71 %) im Szenario mittel. Im Szenario hoch (worst-case) von 59 auf 116 Tage (von 46 % auf 91 %). Die zusätzlichen Belastungen durch den Kamin, die etwa zusätzlich 60% der Wasserdampfemissionswirkungen des Kühlturms betragen, kommen noch hinzu.“ (Dr. med. univ. Gerd Oberfeld, SV Umwelt-medizin, Ergänzungsgutachten S. 38)

[PDF] http://www.ebenthal.co.at/news/bitmap/stellungnahme_20.8.2009.pdf, S.5

[PDF] Anfrage an Zentralanstalt für Meteorologie u. Geodynamik, S. 8/Pkt. 6