Falscher Standort
Die ZAMG Klagenfurt weist in ihrem Gutachten (Fachbereich Luft u. Klima – Teilbericht Klima – S. 31) auf die ungewöhnlich langen, ununterbrochenen, windschwachen Perioden in Klagenfurt (bis max. 283 Halbstunden, das sind ca. 6 Tage) hin.
Weiters wird angeführt, dass aufgrund dieser Tatsache die Zusatzbelastungen durch das GDK noch wesentlich höher als die jetzt berechneten Werte sein werden (Stellungsnahme SV Dipl.-Ing. Barthol, S. 6).
Im amtlichen Fachgutachten aus dem Bereich Raumordnung wird die Standortwahl in Bezug auf den Landschaftsschutz (Störung des Orts- und Landschaftsbildes) kritisiert. Der Errichtungsort kommt lt. SV Mag. Kleindienst isoliert zu liegen, daher ist eine strukturelle Anbindung (Gebäude mit industrieller oder gewerblicher Nutzung) nur mittel- bis langfristig zu erreichen.
Es entspricht nicht den Planungsgrundsätzen, Nutzungen zu platzieren und abzuwarten, dass der Errichtungsort von Entwicklungen eingeholt wird. Das Erscheinungsbild, sprich Architektur, muss dem Ort entsprechen.
Durch den Bau des GDK sind visuelle und ästhetische Beeinflussungen zu erwarten. Sowohl im Umweltbericht, als auch im Rahmen der UVP zur Widmung und im Gutachten zur UVP wird aus raumplanerischer Sicht darauf hingewiesen, dass es bei der Errichtung zu merklich nachhaltigen Auswirkungen auf das Landschaftsbild kommen wird.
(vgl. Kleindienst, amtliches Fachgutachten aus dem Fachbereich Raumordnung zum UVP–Vorhaben
„Gas- und Dampfturbinen-Kombinations-Kraftwerk GDK–Klagenfurt“, 2009, S. 3 – 22)
Nicht zu fassen ...
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was sich in einer Stunde beim geplanten GDK Klagenfurt "abspielen"
würde, teilte der Marktgemeinde Ebenthal kürzlich Dipl.-Ing.
Norbert Barthol per E-Mail mit. Barthol ist beeideter und gerichtlich
zertifizierter Sachverständiger für Kraftwerkstechnik. Er legte
unter anderem offen: "Stellen Sie sich einen Behälter mit einer
Grundfläche von zehn mal zehn Meter und einer Höhe von 800 Meter
vor. Der Inhalt dieses Behälters entspricht 80.000 m3. Das ist genau
die Menge an Erdgas, die das geplante riesige GDK innerhalb einer
einzigen Stunde verbrennen wird. Stellen Sie sich einen Behälter mit
einer Grundfläche von zehn mal zehn Meter und einer Höhe von 20.000
m vor. Der Inhalt dieses Behälters entspricht 2,000.000 m3. Das ist
genau die Menge an Abgas, die das geplante GDK innerhalb einer
einzigen Stunde über den Kamin emittieren und über das Klagenfurter
Becken verteilen wird."
So unglaublich das klingt - dieser
Vergleich beruht auf den Angaben der KEG im derzeit in der UVP
steckengebliebenen Projekt. Und wer wissen will, was das pro Tag
bedeutet, der braucht die Werte nur mit 24 zu multiplizieren. Wer
also außer der KEG und der hohen Politik aus Stadt und Land noch
dafür ist, dass sich das künftig Stunde für Stunde vor seiner
Haustüre abspielt, der sollte jetzt nicht länger schweigen und sein
Einverständnis per Namen bekunden.
Das jüngst beim "runden
Tisch" im Rathaus Klagenfurt erfolgte Abblocken der Forderung
nach einer ernsthaften Prüfung sinnvoller Alternativen verdient
jedenfalls keinen Ruhmesplatz im Buch der "politischen
Heldentaten". Die Politik offenbarte ihre panische Angst, eine
andere Lösung auch nur genauer anzuschauen. Gegebenenfalls würde
sich nämlich sehr schnell herausstellen, dass das geplante GDK
einfach um viele Nummern zu groß und am Standort Klagenfurt weder
notwendig, noch verträglich ist.
Adolf Windisch, 9065 Ebenthal
http://www.ktz.at/leser/briefe.php?id=2174
Stellungnahme zum vermehrten CO² Ausstoß durch das GDK vom Univ. Doz. Dr. Wolfgang List:
„Die Kommission der Europäischen Gemeinschaften verlautbarte am 23.01.2008 die
umzusetzenden Ziele punkto Klima- und Energiestrategie, um deren Beachtung ich
hiermit nachdrücklich ersuche – die Mitteilung ist als ./Anlage 3 angeschlossen.
Die auch für die Verwaltungsorgane auf nationaler Ebene verbindlichen Vorgaben
des Gemeinschaftsrechts schreiben bis zum Jahr 2020 eine Senkung der
Treibhausgase um mindestens 20% vor und verpflichten die Mitgliedsstaaten weiters,
verbindlich den Anteil erneuerbarer Energie am Energieverbrauch der EU bis 2020
auf 20% zu erhöhen. Die EU-Richtlinie für erneuerbare Energien ergibt für Österreich
die Konsequenz, dass auf Grund dieses integrierten Energie- und Klimapaktes der
EU-Kommission für Österreich wesentlich höhere Nachhaltigkeitspotentiale zu
erreichen sein werden. Vom Ausgangspunkt (Jahr 2005) mit 23,3% Anteil an
erneuerbarer Energie muss Österreich bereits 2013/2014 27% an erneuerbarer
Energie und als Mindestziel bis zum Jahr 2020 34% erreichen.
Im Vergleich zu diesen Zielsetzungen ist nur auf den bewilligenden falls zu
erwartenden CO2-Ausstoß von annähernd 1,000.000 t hinzuweisen, was einer
Zunahme des CO2-Ausstoßes im gesamten Bundesland Kärnten von rund 20 %
entspricht! Der Behörde ist sicher weiters bekannt, dass den natürlichen
Treibhausgasen auch Wasserdampf zuzurechnen ist. Die zu erwartende
Verdampfung von rund 100 l/sec an Kühlwasser ist daher ebenfalls als
klimaschädlich zu beurteilen.
Vor diesem Hintergrund widerstrebt das GDKW Klagenfurt eindeutig den Vorgaben
des Gemeinschaftsrechts, da es im eklatanten Widerspruch zu den Zielen der EU
und der österreichischen Klima- und Energiepolitik steht.
http://www.ebenthal.co.at/news/bitmap/DrList-Widerspruch_12.08.2008.pdf


